Tag 9 – Lynton und Lynmouth
Montag, 22.07.2024
Lynton und Lynmouth
Um 9 Uhr machten wir uns auf den Weg und fuhren wieder ein ganzes Stück zurück nach Westen, dort wo die Meeresbucht Bristol Channel auf die Keltische See trifft. Nach gut zwei Stunden über typische englische Landstraßen hatten wir dann unser Ziel, den Ort Lynmouth, erreicht.
Am Hafen fanden wir noch einen Platz auf dem Parkstreifen an der Straße und konnten dort erst mal zwei Stunden kostenlos parken. Also gingen wir auch erst mal zur nahen Mündung des West Lyn River, wo sich das kleine Hafenbecken befand. Die Boote zu Füßen des Rhenish Tower, der sich auf der Mole befindet, lagen auf dem Trockenen und warteten auf die Flut.
Von der Mole bot sich ein schöner Blick über das Hafenbecken auf den kleinen Ort und die bewachsene Steilküste im Hintergrund. Dann gingen wir weiter an der Esplanade entlang bis zur Talstation der Cliff Railway, die den Hafenort Lynmouth mit Lynton oben auf dem Berg verbindet. Unterwegs kamen wir noch an der Tourist Info vorbei, in der es auch für Kinder einiges zu entdecken gab.
An der Cliff Railway angekommen kauften wir uns Tickets für eine Fahrt und warteten, bis die Bahn unten ankam. Das besondere an der Bahn ist, dass im Wagen, der an der Bergstation steht, Wasser in einen Tank gelassen wird, und die Schwerkraft durch das zusätzliche Gewicht somit den unteren Wagen nach oben zieht. Stolz wird beschrieben, dass es sich um die einzige wasserbetriebene Bahn im Vereinigten Königreich handelt, und ist zugleich die höchste und steilste der Welt.
Die Bahn kam unten an und wir konnten in den historischen Wagen steigen. Dann rappelte die Bahn den Berg hinauf. Vor dem Wagen befand sich eine Art Balkon, von dem man bei der Fahrt einen schönen Blick ins Tal und auf die Küste hatte. Auf halbem Wege kam uns der Wagen von oben entgegen und kurze Zeit später waren wir auch schon an der oberen Station in Lynton angekommen.
Direkt an der Station befand sich ein Café mit einer schönen Aussicht auf den Bristol Channel. Wir gingen durch die Gassen des kleinen, hübschen Ortes. Hier war alles auf Touristen ausgelegt, und in fast jedem Haus war ein Souvenirshop untergebracht, oder man konnte etwas Handgemachtes kaufen. Von hier kann man auch zu Fuß zum Valley of the Rocks gehen, doch das war uns mit den Kindern zu weit.
Dafür machten wir uns aber von der Bergstation zu Fuß auf den Weg hinunter nach Lynmouth. Von dem Weg bot sich immer wieder ein schöner Blick auf das Meer. Außerdem gab es zwei Brücken, die die Cliff Railway kreuzten, und somit bot sich zusätzlich noch ein Blick auf die altehrwürdigen Wagen, die die Schienen hoch- und runterfuhren.
Unten angekommen gingen wir etwas am West Lyn River entlang und überquerten die kleine Fußgängerbrücke, die sich über den Fluss spannte. Vom gegenüberliegenden Ufer konnten wir dann auch die Wasserfontänen erblicken, die sich in der Glen Lyn Gorge befanden. Von der Straße sah die kleine Schlucht, durch die der West Lyn River floss, ganz urig aus. Also wollten wir ein paar Meter den Weg hinaufgehen. Doch der Bereich befindet sich in Privatbesitz und kostet Eintritt.
Das war es uns dann nicht wert und wir gingen wieder in Richtung Hafen. So langsam meldete sich auch der Hunger und im Harbour Shed gab es, natürlich, Fish & Chips. Da die Parkzeit mittlerweile so ziemlich abgelaufen war, parkte ich das Auto auf den engen Parkplatz um, der sich zwischen Klippen und Meeresküste befand, zahlte, und ging zurück zum Harbour Shed.
Valley oft he Rocks
Nach dem Essen gingen wir noch etwas durch Lynmouth. Dann fuhren wir den Berg hinauf durch Lynton zum Valley oft he Rocks. Das kleine Tal befindet sich direkt hinter der Küstenlinie am Bristol Channel. Dort wollten wir den kleinen Küstenweg entlanggehen.
Vom oberen Parkplatz gingen wir die Straße entlang zum markanten Castle Rock. Davor bogen wir dann auf den Küstenweg ab. Und die Aussicht von hier an war wirklich traumhaft. Auf der einen Seite der Castle Rock und die westliche Küstenline des Bristol Channel und auf der anderen Seite der Küstenweg, der durch die Steilküste führte.
Wir gingen den schmalen Weg entlang. Auf der einen Seite Felsen, auf der anderen der Abgrund bis ans Meer. Hier sollte man besser nicht abstürzen. Ständig mussten wir anhalten und das Wahnsinns Panorama auf uns wirken lassen. An einigen Stellen luden Bänke oder kleine Felsen zum Ausruhen ein.
Und zwischendurch waren sogar Ziegen zu sehen, die im Hang oder auf schmalen Felsen standen. Natürlich gab es hier auch ein paar Lebensmüde, die für das passende Foto direkt am Abhang posierten. Wir gingen weiter an Ziegen und Klippen vorbei und folgten dem wunderschönen Weg.
Am Abzweig zum Hollerday Hill gingen wir dann den steilen Weg die Klippen hinauf. Oben angekommen, setzen wir uns auf die Bank und genossen noch einmal die Landschaft und den Blick auf den Bristol Channel. Dann gingen wir auf die andere Seite der Klippe und befanden uns wieder im Valley of the Rocks.
Von hier ging es dann bis zum Parkplatz bergab. Außerdem hatten wir von hier noch eine schöne Aussicht durch das Tal und auf den Castle Rock. Um viertel vor 4 hatten wir dann wieder den Parkplatz erreicht und machten uns dann auf den Rückweg.
Cleeve Abbey
Nach einer Dreiviertelstunde Fahrt erreichten wir dann die Cleeve Abbey. Zwar war die ehemalige Zisterzienserabtei nur noch eine halbe Stunde geöffnet, doch wir hatten ja den English Heritage Pass und konnten uns so ein wenig die Füße vertreten. Doch vor uns an der Kasse war ein paar, die eine Menge unsinniger Fragen stellten und sich ewig Zeit ließen. Als wir dann an der Reihe waren, hatten wir zwar noch weniger Zeit, aber die Jungs bekamen zumindest ihre Batches.
So schauten wir uns die alte Abtei im Schnelldurchlauf an. Wir gingen durch die Räume und schauten uns dann außen alles an. Einige Gebäude sind noch ganz gut erhalten, von einigen sind aber nur noch Mauerreste übrig.
Vor allem die alten Fliesen, die teilweise im Original erhalten waren, wurden hier angepriesen. Alles in allem ganz nett, doch viel mehr als eine halbe Stunde hätten wir wahrscheinlich eh nicht benötigt. Für einen kleinen Zwischenstopp aber ganz nett.
Pünktlich um 17 Uhr ging es dann weiter. In Glastonbury legten wir dann noch einen Shopping Halt bei Tesco ein. Und da es hier Toms geliebte Salami nicht gab, mussten wir in Wells noch bei Morrisons halten. Danach konnten wir dann endlich zurück in unsere Unterkunft.