Tag 10 - Glastonbury, Wells und Weston-super-Mare

Tag 10 – Glastonbury, Wells und Weston-super-Mare

Dienstag, 23.07.2024

 

Glastonbury

Heute ließen wir uns etwas Zeit und starteten um 10:20 Uhr ins nur etwa 10 Kilometer entfernte Glastonbury. Um diesen Ort reihen sich eine ganze Menge Geschichten und Legenden. Unter anderem soll es sich um die Insel Avalon aus der Sage von König Arthus handeln. Außerdem soll der junge Jesus hier gewesen sein, und den Heiligen Gral versteckt haben.

Und weil das nicht reicht, sollen sich hier einige Ley-Linien kreuzen, was vor allem die Esoteriker anzieht. Dementsprechend hatte uns unser Vermieter schon „vorgewarnt“ dass wir einige verrückte Leute zu sehen bekommen könnten. Es konnte also spannend werden 😉

Wir fuhren durch den Ort und sofort fielen die bunten Häuser auf. Teilweise mit überdimensionalen Blumen bemalt. Außerdem reihten sich Galerien und Esoterik Shops aneinander. Und auch den Leuten, die hier (besonders auf dem kleinen Markt) herumliefen merkte man sofort an, dass das Leben hier eine Spur „entspannter“ ablief.

 

Glastonbury Abbey

Nach einer Ehrenrunde durch den Ort fanden wir dann auch einen Parkplatz und gingen zur Glastonbury Abbey. Hier bekamen wir mit unserem English Heritage Ausweis zwar keinen freien Eintritt, aber zumindest einen Rabatt. Die Überreste der ehemaligen Benediktinerabtei sind eines der top Sehenswürdigkeiten Glastonburys. Die große Küche ist noch erhalten, von den anderen Gebäuden stehen größtenteils nur noch die Außenmauern.

Doch gerade das machte den Reiz dieses Ortes aus. Die Ruine ließ erahnen, wie gewaltig und schön die Klosteranlage gewesen sein musste. Vor allem die Marienkapelle „Lady Chapel“ und die Überreste der Steinbögen der Hauptkirche hinterließen Eindruck.

Und kurz hinter den Steinbögen befand sich dann noch ein weiterer Pilgerort. Das (angebliche) Grab von König Arthus. Bei den Legenden, mit denen sich Glastonbury schmückt auch kaum verwunderlich. Die findigen Benediktinermönche „entdeckten“ sogar noch die Gräber von Guinvere (die Frau von König Arthus) und Joseph von Arimathäa (mit dem war Jesus ja damals hier). Irgendwie musste man ja zusehen, dass genug Leute hierher kamen 😉

Wir setzten uns auf eine Bank am Ende der Hauptkirche und ließen die Ruinen und Legenden auf uns wirken. Dann gingen wir noch durch die kleinen Kräutergärten und verließen die Glastonbury Abbey wieder.

 

Glastonbury Tor

Danach machten wir uns auf zu einem weiteren speziellen Ort in Glastonbury, dem Glastonbury Tor. Der kegelförmige Hügel ragt 150 Meter hoch aus der Umgebung empor. Julian hatte schon keine Lust auf die Abbey (es gab ja nicht einmal Badges), und schon gar keine Lust den Hügel hinaufzuwandern.

Doch alles quengeln half nichts, denn die gemeinen Eltern wollten da nun mal hinauf. Oben auf dem magischen Hügel befindet sich noch der alte Turm der St. Michaels Chapel, den wir schon von weitem sehen konnten. Doch um dort hin zu gelangen, mussten wir erst einmal den Berg hinauf. Schon unten vor dem Hügel gab ein Hippie jedem seinen Segen, der es gebrauchen konnte.

Dann gingen wir scheinbar endlose Stufen hinauf auf den Glastonbury Tor, bis wir endlich den Turm erreicht hatten. Hier oben zog ein ordentlicher Wind um die Ohren. Julian interessierte das nicht, er streikte und musste teilweise hochgeschleppt werden. Dabei waren wir doch an einem magischen Ort. Denn genau in der Mitte des Turmes (so ein Zufall) kreuzen sich die Ley-Linien.

Und das machte diesen Ort natürlich zum Anziehungspunkt von Hippies, Esoterikern oder was auch immer. Oben hatte sich bereits eine Gruppe Frauen eingefunden, die den Turm in Beschlag nahmen. Alleine oder zu zweit wurde nacheinander durch das Tor gegangen. Aber nicht einfach so, sondern das ganze wurde zelebriert und mit unzähligen Fotos festgehalten.

Dem Gesichtsausdruck zu entnehmen, musste der Heilige Geist höchstpersönlich in jeden der Gruppe beim Durchschreiten des Turms gefahren sein. Und um das ganze abzurunden, wurde im Turm dann gemeinsam gesungen. Zum Glück kann ja jeder machen, was er will. Ich spürte allerdings nichts, beim Durchqueren des Turmes. Doch schon allein für den Ausblick lohnte der Aufstieg.

 

Wells

Dann kraxelten wir wieder nach unten und verließen den Wallfahrtsort der Hippies und fuhren ins wenige Kilometer entfernte Wells. Wir hatten den Kindern versprochen einen Spielplatz zu suchen, und somit besserte sich die Stimmung auch wieder. Um viertel vor 2 erreichten wir den Parkplatz in Wells und gingen erst mal zum Spielplatz, der sich daneben befand.

Dann gingen wir zum Bishops Palace. Der gewaltige Palast mit seinem großen Garten ist der Sitz des Bischofs von Bath und Wells. Die im Garten befindlichen Quellen gaben dem Ort seinen Namen. Für den Palast muss man natürlich Eintritt bezahlen. Uns reichte es aber, um die Palastmauern herumzulaufen. Also schlenderten wir einmal rings um den breiten Wassergraben herum, der sich vor den dicken Palastmauern befand.

Von außen hätte man meinen können, dass es sich nicht um einen Bischofssitz handelt, sondern um einen Adelspalast. Wir gingen immer weiter im Schatten der Bäume um den Palast herum. Leider kam man nur in den Garten, wenn man den Palast besuchte. Dementsprechend war der Garten auch mit einer Mauer abgetrennt und wir mussten an der Straße außen herumlaufen.

Dann erreichten wir die riesige Kathedrale von Wells. Für so einen kleinen Ort, ein gewaltiges Bauwerk. Wir gingen unter dem Torbogen her, der zum Eingang zur Vicars Close führt. Diese Gasse gilt als die älteste erhaltene „Reihenhaussiedlung“ Europas, und immer noch leben hier Bedienstete des Bistums. Also schauten wir uns die Sackgasse mit seinem Kopfsteinpflaster und den 42 Häusern natürlich auch an.

Weiter um die Kathedrale ging es dann zur eindrucksvollen Westfassade mit den wie abgebrochen wirkenden Türmen. Davor befindet sich eine große Grünfläche, somit konnten wir genug Abstand zu Kathedrale nehmen, um die Westfassade aufs Bild zu bekommen 😊

Wir hatten noch überlegt, kurz ins Innere der Kathedrale zu gehen, doch 14£ Eintritt waren uns zu viel. Wir hätten natürlich zum Gebet hineingeben können. Beten darf man nämlich noch umsonst. 😉 Also gingen wir weiter zum kleinen Marktplatz, von dem wir auch zu unserem Spaziergang gestartet waren und holten uns beim Bäcker etwas zu Essen.

 

Weston-super-Mare

Um 16 Uhr verließen wir Wells dann und wollten noch dem größten Seebad am Bristol Channel, Weston-super-Mare, einen Besuch abstatten. Nach einer Dreiviertelstunde erreichten wir den Ferienort und stellten unser Auto in einem Parkhaus ab. Zu unserer Verwunderung war das Parken hier nur mit Münzen möglich, und wir mussten erst mal Leute fragen, die uns Geld tauschen konnten. Die Alternative wäre eine App gewesen, die sich aber (wie leider bei fast allen Park- oder Lade Apps) nicht auf einem deutschen Handy installieren ließ.

Dann gingen wir an den breiten Sandstrand, an dem sich auch ein Riesenrad befand. Wir schlenderten über den Strand und gingen am Pier entlang. Der Grand Pier kostete natürlich wieder Eintritt. Also schauten wir uns nur den vorderen, kostenlosen Bereich an, und gingen etwas am Strand und unter dem Pier entlang.

Um 18 Uhr machten wir uns dann wieder auf den Rückweg, drehten aber noch eine Runde durch Weston-super-Mare. Wir fuhren am Wasser entlang und kamen zum Birnbeck Pier. Dieser alte Pier ist zum Teil zerfallen und nicht mehr begehbar. Aber für einen schnellen Schnappschuss ganz nett.

 

Cheddar Gorge

Auf dem Rückweg hielten wir noch kurz zum Einkaufen beim Coop. In Cheddar bogen wir dann in den Ort ab, um zur berühmten Cheddar Gorge zu gelangen. Zwar wurde gerade die Straße durch die Schlucht erneuert, wir wollten aber einmal schauen, wie weit wir kommen.

Vor der Schlucht nahm die Anzahl der Restaurants und Shops schon spürbar zu, dann hatten wir die Cheddar Gorge erreicht. Die steilen Felsen ragten vor uns in die Höhe, davor Gift Shops und sonstige Touristengeschäfte. Weiter in der Schlucht waren dann nur noch die steilen Felswände neben der Straße. Wir wären gerne noch etwas weitergefahren, doch irgendwann war die Straße dann gesperrt.

Also drehten wir wieder um und fuhren zurück zu unserer Unterkunft in Wookey Hole. Um 19:30 waren wir dann wieder „zu Hause“ und es gab Pizza auf unserer Terrasse. Gut gestärkt konnten wir dann unsere Sachen packen, denn morgen ging es ja schon wieder weiter.

 

Gefahrene Kilometer: 96

Übernachtung: Cottage in Wookey Hole für 446€ (für 3 Nächte, gebucht über Airbnb)

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